Extro-Galerie: Lichtbildliche Poesie aus Eis, Wind und Schnee
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“Guten Morgen, hier in Berlin-Moabit ist es mit minus sechs Grad frostig, aber trocken…der Tag wird sonnig bleiben und Niederschläge sind auf unserem Wetter-Radar nicht in Sicht…” Es ist Winter im Nordosten Deutschlands. Sowas wie Winterge- fühl kommt im Grunde erst mit Ansa- gen wie dieser fiktiven Wettermel- dung im ebenso fiktiven “Demokra- tie-Radio” auf. Nicht fiktiv an diesem Morgen ist allerdings das Wetter – und der Blick aus dem Fenster auf die auf im ersten Morgengrauen noch friedlich in Reih und Glied aneinander gekuschelt schlummernden Autos der Nachbarn verrät: der Frost hüllt Karossen und Karosserien in ein feines, dünnes und sehr eisiges Firnis. Wie ein hauchzartes Dessous-Etwas. Und wenn es hier in diesem Winkel von Moabit mehr Natur gäbe, wenn es in diesem Berliner Winter mehr Eis und vor allem mehr Schnee gäbe, wenn es dazu noch stürmte und unablässig Tag und Nacht schneite – dann…könnte man sich den poetischen Momenten der Foto-Edition von Rainer F. Steussloff erheblich näher fühlen. Und unter der fröstelnden Haut so etwas wie Bewunderung, Faszination und fast kindlich fühlbares Staunen über die Wunder der winterlichen Natur empfinden.
“Zwischenspiel” hat der renommierte Fotograf seinen Bilderzyklus genannt, der vor fast genau zwei Jahren am Saaler Bodden bei Ahrenshoop entstand. Damals, in diesem unfassbar langen Schneewinter, versank Deutschland wochenlang unter Schneemassen. An der Ostseeküste fegte Wintersturm “Daisy” über die stille Landschaft Vorpommerns. Entlang der Darß-Zingster Boddenkette sind die südlichen Ufer von ausgiebigen Riedgürteln gesäumt. Die filigranen Sumpfgräser von Sturm und Schnee gebogen, vereist und unter dem kristallenen Panzer dennoch lebend. Blendendes Weiss eines von Schnee gefüllten tiefen Wolkenhimmels. Sonnenstrahlen, die sich den Weg durch sturmgeladene bleierne Wolken auf das Graubraun der Ufer und das Schiefergrau des nur knapp über dem Gefrierpunkt dümpelnden Boddenwassers bahnen. Naturgewalt und die ebenso zerbrechliche wie widerstandsfähige Zartheit von Halmen, Zweigen, Ästen, Knospen und Blüten. Welch ein Kontrast, hinter dem sich so mancher Zauber verbirgt.
“Du siehst unter der Schneedecke eine Art fast transparenten Iglu und darunter schimmert ein braunes Zweiglein, eine verdorrte Blüte”, beschreibt Rainer Steussloff das Phänomen, das ihn hundertfach in diesen Tagen faszinierte. “Dann entfernst Du die dünne Kristallhaube, fasst das Pflänzchen an und es ist vollkommen vertrocknet, zerbröselt unter der leichtesten Berührung. Und doch steckt in diesem scheinbar toten Stück pflanzlicher Materie soviel Energie und Wärme, dass es sich diese kleine Überlebenshöhle unter Eis und Schnee geschmolzen hat.”
Für den Biologen mögen es chemisch-physikalische Vorgänge sein. Für den Beobachter ein Stück jener aus den fundamentalen Wahrheiten der Natur offenbarte Poesie, die uns Menschen wundern und staunen lässt. Die Bilder, die Steussloff in seinem Zyklus “Zwischenspiel” vorstellt, sind fotografische Poesie. Zu betrachten und zu spüren in der “Extro-Galerie” (Herbert- Baum-Straße 11, 13088 Berlin-Weissensee; Di. und Do., 14 – 18 Uhr).
Passend dazu – ein Stück traditioneller Winter-Poesie:
Verschneit liegt rings die ganze Welt, ich hab’ nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld, hat längst sein Laub verstreuet.
Der Wind nur geht bei stiller Nacht und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seine Wipfel sacht und redet wie im Traume.
Er träumt von künft’ger Frühlingszeit, von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid zu Gottes Lob will rauschen.
(Joseph von Eichendorff)
Stefan Jalowy @ 26. Januar 2012
Kutte in Aktion, von Günter Stanienda
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Übersicht neue Gedichte: Kutte in Aktion
!Archiv DS bis 2011 !: demokratie-spiegel.de/redaktionberlinbonn/guenterstanienda
Sylla @ 24. Januar 2012
Alt-Bundespräsident Weizsäcker Ehrenkurator Stiftung Garnisonskirche Potsdam
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Garnisonskirche Potsdam: die Vision der Kirche als Stätte von Versöhnung, Begegnung, Besinnung (Copyright © 2012 Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam)
Potsdam / Berlin (22.01.2012) – “Üb’ immer Treu und Redlichkeit…” Als Rekrut im Potsdamer Infanterieregi- ment 9 hat Richard von Weizsäcker diesen Sinnspruch preußisch-protes- tantischer Disziplin und Ehrbarkeit zu leben gelernt. Das Glockenspiel der Potsdamer Garnisonskirche gleich gegenüber der “Semper Talis”- Kaser- ne mahnte die hier stationierten Soldaten und Rekruten mit der jede Stunde weit über die Stadt hallenden Melodie zu einer christlich-preus- sischen Lebenshaltung. Ein grosser Teil der Mitglieder des bürgerlich-kon- servativen Widerstands sollte sich aus dieser Haltung heraus später zum Kampf gegen Hitler berufen fühlen. Viele von Ihnen opferten sich in diesem Geist. Fast 67 Jahre nach der Zerstörung der Garnisonskirche und ihrer Glocken in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs will sich nun Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker dem Wiederaufbau als Ehrenkurator der “Stiftung Wiederaufbau Garnisonskirche” widmen.
Der Ex-Ratsvorsitzende der “Evangelischen Kirche in Deutschland” (EKD), Kuratoriums- vorsitzende und Alt-Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber würdigt die Unterstützung des in der Be- völkerung als Bundespräsident und Persönlichkeit überaus geschätzten neuen Ehrenkurators als “wegweisendes Signal und Verpflichtung” zugleich: „Weizsäcker hat mit seiner Rede vom 8. Mai 1985 Maßstäbe zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte gesetzt. Der Geist dieser außerordentlich wichtigen Rede soll die Wiedergewinnung der ehemaligen Garnisonkirche als Bürgerkirche und Ort der Versöhnung prägen. Als Ehrenkurator wird er uns darin unterstützen, zahlreiche Freunde Potsdams in Deutschland und der Welt für den Wiederaufbau dieser herausragenden Kirche des norddeutschen Barock zu begeistern.“
Versöhnung, Begegnung und Besinnung – neben der kulturhistorischen Rolle soll die wiederaufgebaute Garnisonskirche im Sinne der Stiftung zu einer für Alle offenen Stätte des Dialogs werden. Versöhnung, Begegnung und Besinnung – das waren auch Kerngedanken der wegweisenden Rede, die Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa im Plenarsaal des Deutschen Bundestages am 8. Mai 1985 hielt.
„Wir lernen aus unserer eigenen Geschichte, wozu der Mensch fähig ist. Deshalb dürfen wir uns nicht einbilden, wir seien nun als Menschen anders und besser geworden. Es gibt keine endgültig errungene moralische Vollkommenheit – für niemanden und kein Land! Wir haben als Menschen gelernt, wir bleiben als Menschen gefährdet. Aber wir haben die Kraft, Gefährdungen immer von neuem zu überwinden. Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Hass zu schüren. Die Bitte an die jungen Menschen lautet:
Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander. … Ehren wir die Freiheit. Arbeiten wir für den Frieden. Halten wir uns an das Recht. Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit. Schauen wir …, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.“
Mit Gründung der “Stiftung Garnisonskirche Potsdam” 2008 konnten die Pläne für den Wiederaufbau dieses historischen Bauwerks und bedeutenden preußisch-protestantischen Kulturstätte auf eine solide Plattform gestellt werden. Mit Aktionen wie gegen Spende (ab 10 Euro) handsignierten und in der Ziegelmanufaktur Glindow in Handarbeit gefertigten und gebrannten Ziegeln (sie werden später in das Treppenhaus des Kirchturms eingelassen) sollen die Kosten für den Wiederaufbau vorwiegend durch Spenden von Privatpersonen und Unternehmen finanziert werden.

Stefan Jalowy @ 22. Januar 2012
Angela Merkel empfing Italiens Ministerpraesidenten Mario Monti
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Italien hat einen seriösen Präsidenten!
Von Franziska Sylla
Berlin, 11./22.1.2012. Kaum zu glauben: der korrupte, sexsüchtige und verschwenderische Ministerpräsident von Italien, Silvio Berlusconi, war 2011 endgültig gescheitert. Immer wieder sprachen seine Wahlbürger dem 74-Jährigen seit 1994 das Vertrauen aus, dreimal war er an der Macht, insgesamt nur zehn Jahre. Einzig Europa-demokratisch erscheint Berlusconis unfreiwillige, völlige Machtaufgabe in der Regierung am 13. November 2011.
Italiens Staatspräsident Georgio Napolitano beauftragte dann den parteilosen Wirtschaftswissenschaftler Mario Monti. Dieser gewann das Vertrauen des italienischen Abgeordnetenhauses und wurde am 16. November als neuer Ministerpräsident bestätigt.
In Berlin begrüßte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Monti traditionell mit militärischen Ehren. Ein Akt jedem neuen oder wieder gewählten Regierungs- oder Staatschefs gegenüber. Unabhängig, ob der Staatschef aus einem friedvoll geführten, wirtschaftlich oder bildungstechnisch funktionierendem Land zu Besuch kommt. Egal auch, ob diktatorische oder demokratische Herrscher von der deutschen Regierung sich empfangen lassen wollen. Wobei, der libysche Präsident und skurrile Diktator, Muammar al-Gaddafi, erschien unter Angela Merkel nicht im Kanzleramt.
Berlusconi jedoch wurde von Angela Merkel im Jahr 2008 und Anfang 2011 mit militärischen Ehren empfangen (www.welt.de). Die Begegnungsgründe von Merkel und Berlusconi mögen in der Vergangenheit eher die Vorbereitungen der Europa-Gipfel oder der jährlich stattfindenden, wechselseitigen Regierungskonsultationen oder die Schuldenkrise der europäischen Mitgliedsländer gewesen sein. Nicht Thema war bis dahin die Personalfrage um den Präsidenten der italienischen Nationalbank, Mario Draghi, der das Vorstandsamt der Europäischen Zentralbank (EZB) ab September 2011 übernahm. Und Draghi unterstütze seinen neuen Ministerpräsidenten und Landsmann Mario Monti, schrieb die Neue Züricher Zeitung. (NZZ, 22.1.2012, www.nzz.de).
Um das Schuldenerbe Berlusconis, der laut Wikipedia einer der reichsten Italiener sein soll, sein geschätztes Vermögen: 7,8 Milliarden Euro, kommt der neue Regierungschef Monti nicht herum. Die Staatsschulden betragen laut Handelsblatt vom 11. Januar 2012, 1900 Milliarden Euro. Das entsprächen rund 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die drittgrößte Volkswirtschaft Europas habe im ersten Quartal 2011 (Handelsblatt) Kredite von rund 150 Milliarden Euro aufgenommen. (fs, LÄ 23.1.2012, 16.08 Uhr)
Ältere Artikel zu Politik in Bildern auf Demokratie Spiegel und hier mehr politische Bilder von Angelika von Stocki.
Andere Medien zum Thema: handelsblatt.com/monti-wehrt-sich-gegen-die-buesser-rolle
Hier geht es zum Video aus dem Kanzleramt von der Pressekonferenz mit Monti und Merkel, 11.1.2012: www.bundesregierung.de
Sylla @ 22. Januar 2012
Der Himmel über Berlin und die „blaue Stunde“ in Bellevue
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Die Stimmung in der Hauptstadt – gestern war sie heiter, sonnig und doch fröstelnd kühl. Das politische Berlin…der eine Teil in Kiel, um nicht nur in Klausur in Sachen „wie geht’s weiter mit …… ?“ zu gehen. Sondern wohl auch um die Strategie zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai zu justieren. Gibt ja aktuell einige Themen, die auch traditionellen Unionswählern sauer aufstossen – und nicht mit nem doppelten Klaren über Bord gespült werden können. Der andere Teil der Hauptstadtpolitik – bis auf Röslers Presseverlautbarungen gegen die Rating-Bewertungen zu Ungunsten gewisser EU- Staaten…herrschte Stille und wochenendliche Ruhe.
Zeit also, um einige Stimmungen jenseits von Politik, Skandalen oder in die Wichtigkeit gehypten Themchen einzufangen. Der Himmel über Berlin in der „blauen Stunde“. Eine Bildergalerie. Einfach schön.
(Alle Fotos – Copyright: Stefan Jalowy)
- Das Schloss in “blauer Abendstimmung”
- Ensemble in zartrosa – das Portal des Bundespräsidenten
- Abendstimmung Schloss Bellevue – die Gold-Else tanzt auf dem Dach…
- Trauerweide vis-a-vis von Schloss Bellevue
- Dem Kandelaber ist das Licht aufgegangen
- Nur ein paar Steinwürfe vom Schloss entfernt – DrahtKunst am Bau und…Schloss & Riegel
- Die Gold-Else und der Himmel über Berlin
- Die Nachbarschaft des Bundespräsidenten
- Die blaue Stunde
- Abendbögen am S-Bahnhof Bellevue
Stefan Jalowy @ 15. Januar 2012
















