Archive für die ‘Bundesländer’ Kategorie

Gemüse-Versorger-Gemeinschaft: Biohof für Moabit

21. Februar 2012

Pressemitteilung vom 21.2.2012. Beim Modell Gemüse-Versorger-Gemeinschaft CSA (Community supported Agriculture) übernehmen Landwirte aus dem Umland und Stadtmenschen gemeinsam Verantwortung für einen Teil der Ernte. Zu einer ersten Infoveranstaltung hatten sich am 15. Februar rund 20 Menschen im Nachbarschaftstreff Rostocker Straße 32b getroffen.

Die Stadtmenschen geben einen Festbetrag im Monat an den Hof, dieser liefert einmal wöchentlich, die Ernte wird je nach Bedarf unter den Teilnehmern geteilt. Regelmäßige Mithilfe auf dem Hof ist ebenso Teil der Vereinbarung wie Transparenz und wertschätzende Kommunikation. Ein Einstieg in eine neue Form solidarischen Handelns.

Drei Aspekte seien hier noch einmal betont: Ernährungssouveränität: Ich entscheide, wo meine Gemüse herkommt, wer es anbaut, und wie es angebaut wird. Jenseits globaler Warenströme sorge ich dafür, daß regionale Wertschöpfungsketten gestärkt werden.

Wertschätzung: zukunftsfähige Landwirtschaft braucht Wertschätzung. Ich trage mit meinem Monatsbeitrag dazu bei, daß der Landwirt fest planen, gut arbeiten und seine Leute gut bezahlen kann.

Gemeinschaftsbildung: Eine Gruppe von Menschen läßt sich auf eine Partnerschaft und ein neues sozio-ökonomisches Lernfeld ein. Gemeinsame Hofbesuche, bei Bedarf gemeinsames Kochen und Verarbeiten.

Wie geht es weiter? Es wurde mit dem Gutshof in Neuruppin ein Biohof gefunden, der nicht nur schmackhaftes Gemüse produziert, sondern auch psychisch kranken Menschen eine sinnvolle Beschäftigung jenseits von Tempo- und Leistungsdruck ermöglicht. Das Angebot an Kräutern, Kartoffeln, frischen und gesunden Salaten, Zwiebeln, Kohl, Eier etc. wird ausgebaut, um noch mehr Menschen der Region mit qualitativ und geschmacklich hochwertigen saisonalen landwirtschaftlichen Produkten zu versorgen.

Eine Anlieferstelle im Kiez ist gefunden, eine Hofbesichtigung mit gemeinsamen Essen ist für den 3. März geplant, Details der Bedarfsermittlung und Anbauplanung entstehen gerade. Lieferbeginn: spätestens 07. Juni 2012.

Eine zweite Veranstaltung, diesmal mit konkreten Zahlen, findet am 14. März .2012 um 18 Uhr im Nachbarschaftstreff Rostocker Straße 32b in Moabit statt.

 Information und Anmeldung unter: Frank Viohl , Berater für Regionalentwicklung (M.Sc.) Wiclefstr. 45, 10551 Berlin Tel.: +49 (0)30 6796 6868, fviohl@posteo.de Details auch unter http://www.freiräume.org/termine/

 

PM erschienen auf: www.moabit-online.de.

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47 Zeilen zum Tag: Blauer Himmel – und Alles wird gut?

14. Januar 2012

Blauer Himmel über Berlin (Copyright: S. Jalowy)

Endlich…! Nach gefühlten 100 Tagen blendete heute früh wieder ein blitzeblauer Himmel die Augen des gleich so gar nicht mehr verschlafenen Hauptstädters. Und was für ein blauer Himmel. Kühl zwar, aber natürlich begleitet vom Strahlen einer winterlich mässig wärmenden, aber ansonsten herzerfrischend strahlenden Sonne. Der blaue Himmel über Berlin – wird jetzt Alles wieder gut?

Der blaue Himmel wölbt sich auch über Schloss Bellevue und seinem derzeitigen Bewohner, dem Bundespräsidenten u.D. (unter Druck) Christian Wulff. Die samstägliche Nachrichtenlage in der Causa „Wulff und die Kredite, Freunde, Anrufbeantworter, Flug-Upgradings, Bauunternehmer, Buch-Anzeigen, Ehrlichkeit, Amtswürden etc.“ ist von…hoppla!…ja wo ist ER denn?

In SPIEGEL Online ist er gar nicht mehr auf der ersten Seite zu finden – zugunsten eines FDP-Chefs namens Rösler im Angriffs-Modus auf Rating-Agenturen und eine saarländische Ministerpräsidentin. BILD.de schlagzeilt mit dem Kreuzfahrt-Drama vor der toskanischen Küste, der Sex-Beichte von Brigitte Nielsen im „Dschungel-Camp“ und verweist irgendwo „unter dem Bruch“ auf die dramatischen Umfrageverluste des Schlossbewohners von Berlin. Nachrichten sehen anders aus. Die „Süddeutsche“ und ZEIT Online widmen sich bevorzugt dem Ärztepfusch, dem Verlust der Top-Ratings Frankreichs und Österreichs … das heisst – ZEIT-Leitartikler Josef Joffe stellt zu Wulff fest: „Er ist wie wir“. Danke, Herr Joffe. Das ahnten wir vom „Demokratie-Spiegel“ schon gestern.

Ansonsten scheint der blaue Himmel über Schloss Bellevue vermutlich auch auf das Haupt unseres Staatsoberhaupts. Gut, ja – die paar an der Unterseite dunkel umschatteten weissen Wölkchen wehen ja schnell dahin. War’s das…? Kommt da noch was…? Oder brechen die Quoten, Auflagen und „Klick“-Traffics zum Thema Wulff jetzt doch deutlich ein…? Ist die Ruhe nach dem Sturm einer nicht geringen Zahl an Publikums-Reaktionen geschuldet, denen die ausgemachte Scheinheiligkeit gewisser Medientitel gegen den Strich geht…?

Der Autor weiss, dass auf jeden blauen Winterhimmel meist zeitnah graue, nasse, stürmische Tristesse folgt. Und er ahnt auch, dass die Kanzlerin in ihrem nur ein paar Hundert Meter vom Präsidial-Schloss entfernten Amtssitz wohl nicht viel vom tagesaktuellen Himmelblau über Wulff mitbekommt. Angela Merkel entspannt sich vermutlich daheim am Herd beim eigenhändig eingekochten Lieblings-Eintopf oder raffiniert gefühlten gefüllten Kohl-Rouladen.

Ihr deftiges Lieblingsmenu, ein wie das Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer leckgeschlagener Bundespräsident mit Schlagseite (der auf den wohlwollenden christlich motivierten schweigenden Beistand der Pastorentochter angewiesen ist wie ein havarierender Käpt’n  auf den Seenotrettungskreuzer), ein kleiner gallischer Staatspräsident mit heruntergestufter Kreditwürdigkeit – die Kanzlerin kann beruhigt dieses Wochenende und den blauen Himmel über Berlin geniessen. Und ich geh nachher mal spazieren – Alles wird gut.

 

Nachtrag (18:52 Uhr): Die Kanzlerin weilte heute nicht in Berlin, nicht in der Uckermark – sondern zur CDU-Klausur in Kiel. Na ja, Sprotten können auch sehr lecker sein.

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23 Zeilen zum Tag: Wenn schon Krisenkommunikation…

13. Januar 2012

…dann richtig, Herr Bundespräsident. Wenn die Schlagzeilen einen im Nacken treffen, richtig weh tun, unter die Gürtellinie zielen und sich das Rückenmark allmählich verflüssigt – dann kann nur noch die richtige Krisenkommunikation helfen.

„Dauer-Skandal: Bundespräsident verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit“, trailert das ZDF-Morgenmagazin („Mo:Ma“) und laut „ZEIT ONLINE“ zeigt sich ein namentlich nicht genannter CDU-Bundestagsabgeordneter von der „Pressearbeit“ des Wulff’schen Rechts- beistands und privaten Pressebeauftragten Gernot Lehr „schon überrascht“.

Mal direkt gefragt: wie vertrauenswürdig wirkt es, wenn ein Rechtsanwalt der Experte der Wahl in Fragen der Krisenkommunikation ist? Deutet sich damit nicht an, dass „die Wahrheit“ sich wie ein glitschiger Aal durch die engen Spalten der legalen Machbarkeit windet? Und nach jeder anwaltschaftlichen Erklärung im Auftrag des bundespräsidialen Mandanten gleich wieder noch Dieses und Jenes nach-erklärt werden muss?

Krisenkommunikation soll nicht nur Glaubwürdigkeit wiederherstellen – sondern so offen und ehrlich wie möglich Hintergründe darlegen und auch Fehler eingestehen. In einer Gesellschaft, die sich selbst alles andere als unfehlbar betrachten kann und die gerne Schnäppchen, Rabatte, Boni einsammelt … könnte auch der „erste Bürger im Staat“ mit Verständnis rechnen. Wenn er denn dazu stehen würde.

Mensch Christian, sei ein Kerl, stell Dich vor die Kameras und Mikrofone der Republik und sag doch einfach: „Ja, ich habe gerne private Vorteile mitgenommen. Aber ich habe niemals jemanden dafür verkauft: nicht meine Wähler, nicht den Bürger, nicht den Staat. Aber ich bin auch nur ein Mensch und weder Heiliger noch Roboter. Ich war und bin als Politiker, Landesvater und Bundespräsident eben genau wie Sie. So – und jetzt verurteilen Sie mich …“ Das wäre ein Signal für Transparenz, Ehrlichkeit und damit vorBILDlich.

 

Unter “xx Zeilen zum Tag:…” kommentiert DS-Autor Stefan Jalowy tagesaktuelle Themen aus Politik, Kultur und Gesellschaft.

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Gemüse-Versorger-Gemeinschaften gründen sich

10. Januar 2012

Presseinformation solidarische Landwirtschaft (9.1.2012)

Solidarische Landwirtschaft

http://www.solidarische-landwirtschaft.org

Immer mehr Menschen schenken Herkunft und Qualität ihrer Lebensmittel größere Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wird die Lage der Landwirte schwieriger, weil die An- forderungen an Aussehen und Größe z.B. von Mohrrüben und Tomaten und der Druck des Handels ein wirtschaftliches Überleben vieler Höfe schwer machen. Dennoch gibt es neue Formen, Land- wirtschaft so zu betreiben, daß auf unterschiedliche Weise den gesellschaftlichen Anforderungen und den Bedürfnissen von Landschaft und Boden Rechnung getragen wird. Eine dieser Möglichkeiten ist es, Gemüse-Versorger- Gemeinschaften zu bilden.

Gemüsegemeinschaften (CSA – Community supported Agriculture) sind eine Form der Direktversorgung, mit der ein Teil der Ernte von einem festen Personenkreis zu einem festen Preis pro Monat abgenommen wird. Dazu gehört auch eine Mithilfe bei Organisation und Anbau. Deutschlandweit arbeiten bereits mehr als 20 Höfe nach diesem Modell, www.solidarische-landwirtschaft.org

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • ökologisch und regional (max. 50 km von Berlin) aus kleinbäuerlichem Betrieb
  • tagesfrische Ernte
  • Wachstum miterleben vom Samenkorn bis zur Ernte
  • angemessener Preis durch kurze Wertschöpfungskette (direkter Weg vom Bauern zur Versorger-Gemeinschaft)
  • Mitbestimmung bei Anbau und Preisbildung
  • Ernährungssouveränität (Vollversorgung mit Gemüse aus dem Umland statt globaler Geld- und Handelsströme)
  • Wertschätzung gegenüber dem Landwirt
  • direkter Beitrag zum Erhalt von Natur und regionalen Arbeitsplätzen
  • Gemeinschafts-Bildung.

Seit einiger Zeit trägt diese Idee auch im Berliner Umland Früchte. Mehrere Landwirte suchen jetzt Menschen, die sich stadtteilbezogen in Gruppen organisieren.
Das Ganze findet im engen Zusammenspiel von Landwirt und Interessierten statt, eine fachkundige Beratung ist gewährleistet.

Erste Infoveranstaltungen: 
Sonntag, den 22.01.2012 um 16 Uhr in Kreuzberg, little otic Gräfestraße 1.
Sonntag, den 12.02.2012 um 14:30 Uhr in Neukölln, Sauvage Pflügerstraße 25.
Mittwoch, den 15.02.2012 um 18 Uhr in Moabit, Nachbarschaftstreff Rostocker Str. 32 b.
Sonntag, den 19.02.2012 um 16 Uhr in Prenzlauer Berg, Bremer Höhle Buchholzer Straße 16.

Weitere Termine, nach Stadtteilen geordnet und laufend aktualisiert, unter www.freiräume.org/termine/

Die Veranstaltungen in Berlin finden im Rahmen des Projekts entersocial statt, gefördert vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Frank Viohl
Berater für nachhaltige Regionalentwicklung (M.Sc.)
Wiclefstr. 45
10551 Berlin
Tel.-Nr. 030 6796 6868
Mobil: 0177 5585174
Skype: frank_freiraeume

http://www.freiräume.org
http://www.energiegewinner.de/witzenhausen/
fviohl @ posteo.de

 

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Unfertig: Glücksspiel-Änderungs-Staatsvertrag von 15:1 Bundesländern!

18. Dezember 2011

Glücksspielstaatsvertrag unterschrieben

Berlin, 16.12.2011. Die 15er-Mehrheit der Ministerpräsidenten hat erwartungsgemäß den Glücksspiel-Änderungs-Staatsvertrag (GlüÄndStV) in Berlin unterschrieben. In einer Pressemitteilung des derzeitigen Vorsitzlandes der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), Schleswig-Holstein, heißt es: „Mit Ausnahme Schleswig-Holsteins haben die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder“ am 15. Dezember „den geänderten Glücksspielstaatsvertrag unterzeichnet“.

Höchstens 20 private Sportwettanbieter werden zukünftig für einen Zeitraum von zunächst sieben Jahren länderübergreifende Konzessionen erhalten. Die Lotterien bleiben ein staatliches Veranstaltungsmonopol und die Casinospiele einschließlich Poker sollen weiterhin nur von Spielbanken angeboten werden dürfen.

Das steht bereits im geltenden Glückspielstaatsvertrag -„auf dem Papier“, kritisierte der Vorsitzende des Bundesverbandes privater Spielbanken (BupriS), Martin Reeckmann, nach der Ministerpräsidentenkonferenz. Das werde sich kaum ändern, da nicht erkennbar sei, „wie die Länder ihre Vollzugsdefizite in den Griff bekommen wollen.“ Klar ist für den 51-jährigen BupriS-Vorstand: „das Internetverbot behindert nach wie vor die staatlich konzessionierten Spielbanken, die mit de-facto-Angeboten und Verbotsumgehungen nicht arbeiten – und somit nicht auf diesen Schwarzmarkt mit Kanalisierungsangeboten reagieren können“.

Die 15 Bundesländer gaben Ende Oktober in Lübeck zu Protokoll, der novellierte Glücksspielstaatsvertrag werde erst an die Landesparlamente zur Ratifizierung weiter geleitet, „wenn eine Notifizierung des Vertrages durch die EU-Kommission erfolgt ist“, betonte der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Harry Peter Carstensens (CDU), in der Pressekonferenz Donnerstag Abend im Kanzleramt.

„Das müsste eigentlich heißen, dass eine Notifizierung bei der EU-Kommission erfolgt“, sagte BupriS-Sprecher Martin Reeckmann dieser Zeitung.

„Die Notifizierung ist ein Anzeigeverfahren, kein Genehmigungsverfahren“. Deutsche Gesetze brauchten keine Genehmigung durch die EU-Kommission: „das fehlte noch“, so Reeckmann. Die Kommission könne jedoch prüfen, ob sie „ein Vertragsverletzungsverfahren gegen einen Mitgliedstaat einleitet und darüber laut nachdenkt, wie im Sommer 2011 zum Entwurf des GlüÄndStV geschehen“.

Haben die Länder der EU-Kommission von dem GlüÄndStV Kenntnis gegeben (= Notifizierung), werden die 15 Bundesländer „die Ratifizierung, also die Zustimmung der Landesparlamente durch Zustimmungsgesetze, einleiten. Dies wird voraussichtlich im 1. Quartal 2012 geschehen“, so Reeckmann weiter.

Ob Schleswig-Holstein im März mit unterschreibe und seinen Sonderweg aufgebe, bleibe abzuwarten. Der neue GlüStV werde im Wesentlichen Mitte 2012 in Kraft treten können. Bis dahin gelten in den 15 Ländern die Regelungen des GlüStV aus dem Jahr 2008 weiter, unabhängig davon, dass dieser am 31.12.2011 ausläuft. Der GlüStV ab 2012 wird in allen sechs Bundesländern gelten, in denen BupriS-Mitglieder Spielbanken betreiben. (fs)

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Pressemitteilung des Vorsitzlandes der Bundes-Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) Schleswig-Holstein: http://goo.gl/z09jB

Die Pressekonferenz nach der MPK im Kanzleramt am 15.12.2011: http://goo.gl/DlDSP

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