Archive für die ‘Verbraucherschutz’ Kategorie

CSA-Gemüseversorger Berlin-Moabit: gemeinsam direkt versorgen!

13. Mai 2012
Lina und Frank beim Sichten der zweiten Gemüselieferung

Lina und Frank beim Sichten der zweiten Gemüselieferung am 9. Mai, Abholstelle Gotzkowskystraße 29, Berlin-Maobit.

Presseinformation

Berlin, 10./13.5.2012. (csa/viohl/fs) Immer mehr Menschen schenken Herkunft und Qualität ihrer Lebensmittel größere Aufmerksamkeit. Da viele Landwirtinnen und Landwirte die Anforderungen an Aussehen und Größe von Mohrrüben und Tomaten nicht mehr erfüllen wollen und dem Druck des Handels wirtschaftlich zu engehen versuchen, entwickeln sich neue Formen der Landwirtschaft.

Auf natürliche Weise soll den gesellschaftlichen Anforderungen und gleichzeitig den Bedürfnissen von Landschaft und Boden Rechnung getragen werden. Eine dieser Möglichkeiten ist es, Gemüse-Versorger-Gemeinschaften zu bilden.

Hmm,. leckere frische Eier vom Maran Huhn, einer alten Rasse, die sich in Neuruppin gut vermehrt...

Hmm, leckere frische Eier vom "Maran Huhn", einer alten Rasse, die sich in Neuruppin gut vermehrt...

Gemüsegemeinschaften (CSA – Community supported Agriculture) sind eine Form der Direktversorgung, mit der ein Teil der Ernte monatlich von einem festen Personenkreis zu einem festen Preis abgenommen wird.

Das Gemüse und Obst wird wöchentlich an eine nahe gelegene Abholstelle geliefert und innerhalb der Gemeinschaft geteilt.

Die Mitglieder helfen bei der Organisation, dem Anbau oder bei der Vermittlung von Kochideen mit. Ebenso engagieren sich die CSA-Mitglieder je nach ihrem Können, ihrer Zeit und ihres Umfeldes gemäß persönlich um die Öffentlichkeitsarbeit und die Neumitgliedergewinnung für die landwirtschaftlichen Beziehungen zu den Innenstädten in Deutschland und Europa jenseits der Lebensmittel-Industrien.

Deutschlandweit arbeiten bereits mehr als 20 Höfe nach diesem Modell, www.solidarische-landwirtschaft.org .

Die Vorteile liegen auf der Hand: Landwirte und Verbraucher übernehmen gegenseitig Verantwortung!

Gutes, frisches und preiswertes Ökoobst und Gemüse direkt vom Erzeuger kommt in ihre Umgebung. Ökologisch und regional fest verankert. Bei den Berlinern gilt der Mindestabstand von 50 km Entfernung und die frischen Lebensmittel aus kleinbäuerlichen Betrieben kommen zu Ihnen.

Es gibt tagesfrische Ernten. Sie können den Wachstum miterleben vom Samenkorn bis zur Ernte zu angemessenen Preisen, denn die kurze Wertschöpfungskette direkt vom Bauern zur Abholstelle der Versorger-Gemeinschaft gibt Ihnen die Mitbestimmung bei Anbau und bei der Preisbildung!

Sie haben die Ernährungssouveränität:

Lina schaut in das neue Prospekt

Lina schaut in das neue Prospekt.

Vollversorgung mit Gemüse aus dem Umland statt globaler Geld- und Handelsströme.

Damit schätzen Sie die Arbeit der Landwirtwirtinnen und Landwirte.

Wir erhalten gemeinsam ganz direkt die Natur und die regionalen Arbeitsplätze.

Mehr zur Gemeinschafts-Bildung und zum Gemüse/Obst-Versorger-Konzept lesen Sie bei:  http://www.solidarische-landwirtschaft.org/konzept.

CSA-Moabit, Abholstelle Gotzkowskystraße 29

Seit dem 3. Mai 2012 liefert die Lebensräume gGmbH, (Fehrbelliner Str. 45a, 16816 Neuruppin, E-Mail: csa-gutshof@lebensraeume-ggmbh.de, Internet: www.lebensraeume-ggmbh.de/csa-gutshof.phtml)  ihre hochwertigen, saisionalen Angebote an Kräutern, Kartoffeln, frischen Salaten, Zwiebeln, Radieschen oder Eier wöchentlich an die Abholstelle Moabit, Gotzkowskystraße 29.

Fallen die Ernteanteile naturgemäß gering aus, weil der Rhabarber oder die Kartoffeln noch nicht erntereif sind, bringt der Hof Suppen- oder Grillhähnchen, selbstgemachte Marmeladen oder Kekse.

Noch am Tage der Lieferung holen sich die Moabiter Mitglieder ihre Anteile bis 18 Uhr ab. Die CSA-Moabit kann noch neun weitere Mitesser vertragen, dann wird die nächste Gruppe aufgemacht.

Frank Viohl hat einen Kräutertopf in der Hand und seinen Rucksack voller frischer Lebensmittel. (Fotos: fs)

“Am Anfang brauchen wir eine Waage,

später nicht mehr. Dann stellt sich ein Gefühl dafür ein, was wir brauchen. Es ist genug für alle da”, sagte Frank Viohl, Berater für Regionalentwicklung aus Berlin von http://www.freiräume.org.

__________________________
Frank Viohl
Berater für Regionalentwicklung (M.Sc.)
Wiclefstr. 45
10551 Berlin
Tel.: +49 (0)30 6796 6868 
  
 
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Workshop: Deutsche Spielhallen werden gesetzlich eingeschränkt

8. April 2012

Spielhallen und Regulierung

Workshop: Deutsche Spielhallen werden gesetzlich eingeschränkt

Stuttgart/Berlin, 29.3./8.4.2012. Der Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim, Tilman Becker, überraschte seine Gäste im Euroforum der Universität mit neuen Sitzpolstern auf den harten, streng angeordneten Holzbänken. Beim Glücksspiel dagegen „gibt es ein lustiges Durcheinander“, bemerkte Tilman Becker in seiner Eröffnungsrede zum Thema „Spielhallen und Regulierung“. Geschuldet sei dies der föderalen Staatsstruktur in Deutschland.

Der Sonderweg Schleswig-Holsteins gegen die 15 anderen Länder bedeute, so Becker, dass die Gesetzgebung nicht kohärent werde und nicht mit EU-Recht vereinbar sei.

Dem widersprach in der Podiumsdiskussion aus dem Publikum Martin Pagenkopf, von 1989 bis 2009 Richter am Bundesverwaltungsgericht (http://tinyurl.com/cy42dm4). Es sei eine Mär, dass die Kohärenz mit dem Europäischen Recht nicht gegeben ist. „Das stimmt nicht und wurde von Journalisten einfach verbreitet.“ Pagenkopf stellte klar, das Bundesverwaltungsgericht hat mit einem Beschluss vom 12. Februar 2012 offene Fragen des Kohärenzproblems benannt (Az. 8 B 91.11) über die erst noch entschieden wird (http://tinyurl.com/bn592au).

Workshop Universitaet Hohenheim vom 29.3.2012: Spielhallen und Regulierung

Teilnehmender Gast Martin Reeckmann, BupriS-Vorstand, beim Workshop zum Thema "Spielhallen und Regulierung" in der Universitaet Hohenheim vom 29.3.2012 ". (Foto: sylla)

Martin Reeckmann, Rechtsanwalt und Vorstandssprecher des Bundesverbandes der privaten Spielbanken (BupriS), bestätigte den Sachverhalt am Ende der Meinungsrunde: Aus dem Sonderweg Schleswig-Holsteins entstehe „nicht per se die mangelnde Kohärenz mit den EU-Rechten“. Reeckmann kritisierte zudem die „Selbstwahrnehmung“ vieler Diskussionsführer, die noch nicht so weit gereift sei, die gemeinsamen Lösungen zur Regulierung des Glückspiels zu sehen. Das sollte jedoch angestrebt werden.

Die Podiums- und Impulsreferenten saßen ab kurz nach vier Uhr im steckdosenarmen, aber durch die Glasverkleidung warmen Veranstaltungsraum des Euroforums: Tilman Becker von der Glückspielforschungsstelle der Universität Hohenheim, Hans-Joachim Abstein von der Landesstelle für Suchtfragen und Martin Beutel vom Therapiezentrum Münzesheim. Außer ihnen standen den Gästen Rede und Antwort: Robert Hess, Leiter Kommunikation der Schmidtgruppe, Günther Zeltner von der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e. V. sowie Matthias Brehm, Regierungsdirektor beim baden-württembergischen Wirtschaftsministerium, schließlich Michael Mühleck von der Firma Harlekin GmbH, Jörg Weißleder, Gutachter für Automatengeräte, und Hans-Ulrich Stühler, Leiter des Rechtsamtes der Stadt Reutlingen.

Günther Zeltner von der Evangelischen Gesellschaft eröffnete die Podiumsrunde mit der Einschätzung, bei Spielhallen bestehe Regulierungsnachholbedarf.

Hans-Ulrich Stühler hält die Deutschen für „normensüchtig“, sagte er in seinem Vortrag zum Baurecht bei Vergnügungsstätten. Die Gesetzgeber fokussierten sich städtebaurechtlich „auf die Spielhallen seit 30 Jahren“. Das sei legitim: „der Mensch will spielen“, aber problematisch blieben die Wettbüros. „Ich möchte die Wettsucht mal wissenschaftlich untersucht haben.“

Baugenehmigungen für Wettbüros gebe es nicht, „die machen schwarz auf“. Spielhallenbetreiber stellten hingegen zwei Anträge und dazu gehöre auch die Baugenehmigung.

Von den Bauämtern werden Spielhallen zunehmend abgelehnt. Stühler hat wenig Mitleid mit der Spielhallenbranche: „Das wahnsinnige Beantragen von Spielhallen hat dazu geführt.“ Es wird von einer „unsäglichen Ansammlung von Spielstätten ausgegangen“.

Hans-Joachim Abstein aus Baden-Württemberg sieht einen Anteil von 71 Prozent der Suchthilfesuchenden, deren Erkrankung durch das Spiel an Geldspielautomaten entstanden sei. Diesbezüglich bestünde Regulierungsbedarf. Die technische Gestaltung der Automaten steigere das pathologische Spiel und in der Folge das Suchtverhalten. Ebenso suchfördernd sei die Erreichbarkeit durch die nachbarschaftliche Nähe zu den Spielstätten, die sogenannte „Griffnähe“.

Martin Beutel vom Therapiezentrum Münzesheim äußerte mit Sicht auf das Verhalten Spielsüchtiger: „Alle haben ihre Familien betrogen, ihre soziale Situation ins Unglück gestürzt. Ihre Familien leben am Pfändungsrand.“ Die Folgeerkrankungen betreffen nach Beutel auch den seelischen Bereich. Er bezeichnete Spielsucht als kulturell nicht akzeptierte Sucht und forderte Regeln zur physikalisch-technischen Ausrüstung der Automaten, Sperrverordnungen bei den Öffnungszeiten von Spielstätten sowie Warnhinweise in Gaststätten mit der Aufschrift: „Halten Sie sich von Spielautomaten fern.“

Diskussionsleiter Zeltner verwies auf die wechselnden Problemfelder: Vor dreißig Jahren wurden Spielsüchtige nur den Spielbanken zugeordnet, heute stünden die Spielhallen im Vordergrund.

Mühleck von der Harlekin GmbH bemerkte, „im Grunde müsste man die Spieler genug Geld verdienen lassen“, dann würden sie auch nicht geschädigt, sprich zu pathologischen Spielern. Nach Ausschüttungen von regionalen Großunternehmen an ihre Mitarbeiter steige in den Regionen die Anzahl der Spielstättenbesuche. Für den Spielerschutz habe Mühleck in seinem Unternehmen das Mindestalter auf 21 Jahre heraufgesetzt.

Nach Ansicht von Robert Hess, Leiter Kommunikation der Schmidtgruppe, sei der „Sündenbock Automatenspiele ja gefunden“, aber die Probleme und Erkenntnisse beträfen „alle Marktteilnehmer“.

Jörg Weißleder, öffentlich bestellter Gutachter für Automatengeräte, ergänzte: „die Geräte sind nicht so manipulationssicher, wie sie sein sollten.“ Die Gewinngrenzen beim Geldautomatenspiel begrüßte er und sei sich sicher, die Automatenindustrie stehe auf seiner Seite: „Man muss nicht 50.000 Euro an einem Automat gewinnen können“, so Jörg Weißleder. Michael Mühleck von der Automatenseite Firma Harlekin nickte bestätigend zu dieser Aussage.

Beutel forderte, „aus Sicht der Patienten müssen die Geräte umgebaut werden.“ Auf EC-Automaten in den Stätten zu verzichten, wäre hilfreich. „Die Süchtigen können nicht aufhören, das Geld im Kasino auszugeben.“ Das Sperren sollte einheitlich geregelt sein.

Mühleck wünschte sich in der Schlussrunde, „die Arbeitsplätze in Baden-Württemberg erhalten zu können und eine faire Chance zu bekommen.“

Ulrich Stühler stellte klar, Deutschland habe andere wichtigere Probleme. Er schlug der Spielhallenbranche Selbstbeschränkungen vor, „dann werden die Gesetze nicht so hart.“

Zeltner fragte zum Abschluss, ob das Glücksspiel und die Suchtprävention als eine „zivilisatorische Aufgabe“ zu verstehen sei und der Umgang mit dem Glücksspiel gelernt werden könne? „Eher nicht“, meinte Beutel: „oder können Sie sich vorstellen, mit einer Schulklasse eine Spielhalle zu besuchen?“

Becker hofft, dass anlässlich des Symposiums Mitte Oktober 2012 https://gluecksspiel.uni-hohenheim.de/symposium auch Ulrich Schönleiter, Ministerialdirigent beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), zur Diskussion kommen wird.

Pressedienst MedienModul (fs, mt)

 

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Bildungspakt für Familien aus Hartz IV

3. April 2012

Bilanz für den Bildungspakt für Hartz-IV-Familien

Berlin, 30.3.2012. (fs mit NWZ-Online) Hartz-Vier-Familien sollten nicht an der Schubildung ihrer Kinder und Jugendlichen sparen müssen. Daher gelten seit dem 1. April 2011 in Deutschland beim Jobcenter antragsabhängige Zuschussregeln.

Dieses Jahr zogen Landesministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Aygül Özkan (CDU) aus Niedersachsen, Bundessozial- und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sowie einige Sozialverbände ihre Bilanzen.

Landessozialministerin Özkan sagte am Freitag in der Bundespressekonferenz nach

Ein Jahr Bildungs- und Teilhabepaket - Bilanz und Ausblick

Ein Jahr Bildungs- und Teilhabepaket. Bilanz und Ausblick. (Foto: © Angelika von Stocki)

 anfänglichen Schwierigkeiten komme das Bildungs- und Teilhabepaket bei den niedersächsischen Kindern an. Die Zahl der Anträge, so die http://www.nwzonline.de/Aktuelles/Politik/Niedersachsen/ NWZ/Artikel/2837280/Bildungspaket-erreicht-mehr-Kinder.html , sei in den vergangenen Monaten stark gestiegen.

Die Zuschüsse beim Schulbedarf seien in 2011 mit 40 Prozent am häufigsten beantragt worden. Insgesamt 285. 000 Kinder hätten in Niedersachsen Anspruch, berichtete Özkan. Wie viele tatsächlich in den Genuss kommen, werde nicht erfasst, sagte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage. 

Der Deutsche Caritasverband riet, so NWZ-Online weiter, die Informationen zu verbessern. Einige Eltern beantragten die Hilfe nicht aus Angst, stigmatisiert zu werden. Die Kommunen zogen dennoch ein positives Fazit. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, für die Leistungen beantragt wurden, sei kontinuierlich gestiegen. 

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen kritisiert das Paket hingegen als „viel zu bürokratisch“. Bis zu 30 Prozent der Mittel würden für die Verwaltung benötigt. Nach einer DGB-Studie sei bundesweit im ersten Jahr nur ein Fünftel der bereitgestellten 1,6 Milliarden Euro abgerufen worden, berichtete der Verband. Die kommunalen Spitzenverbände halten eine „gewisse Bürokratie“ für nötig, um die erwünschte Zweckbindung zu sichern.

Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte laut NWZ-Online, die Kommunen

Ein Jahr Bildungs- und Teilhabepaket - Bilanz und Ausblick

Ein Jahr Bildungs- und Teilhabepaket - Bilanz und Ausblick. Bundessoial- und Arbeitsministerin. (Foto: © Angelika von Stocki)

 erhielten die 1,6 Milliarden Euro im ersten Jahr als Pauschale. Es müssten keine Mittel zurückgezahlt werden. Ab dem zweiten Jahr werde abgerechnet.

Die SPD im niedersächsischen Landtag fordert einen leichteren Zugang zu den Zuschüssen. Das Paket müsse nachgebessert werden.

Andere Stimme, ganzer Artikel:  

http://www.nwzonline.de/Aktuelles/ Politik/ Niedersachsen/NWZ/ Artikel/2837280/Bildungspaket-erreicht-mehr-Kinder.html

 

 
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Glücksspielsucht bekämpfen

28. März 2012

Geldspielautomaten aus den Gaststätten. /Soziale Kosten genau benennen.

Berlin, 21.3.2012. Die Mehrheit der Experten sagte bei der Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages: Spielautomaten in Spielhallen und Gaststätten müssen stärker kontrolliert werden. Einige Sachverständige würden nach vorliegender Faktenlage am liebsten die Geldgewinnspielautomaten aus den Gaststätten ganz verbannen.

Glueckspielautomatensucht

Glueckspielautomat (Bildschirmdruck: DBT)

Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages (DBT) beriet den SPD-Antrag (17/6338). Dem zu Folge gehen die Sachverständigen von rund 500.000 pathologischen Glücksspielern und rund 800.000 problematischen Spielern in Deutschland aus. Die Sozialdemokraten bezeichnen Geldspielautomaten unter Berufung auf das Projekt „Pathologisches Glücksspielen und Epidemiologie“ (PAGE) als „Suchtfaktor Nummer 1“.

Meike Lukat, Kriminalhauptkommissarin aus Düsseldorf, bemängelte die Zulassung der Geräte durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt. Um mutmaßliche Steuerhinterziehung und Geldwäsche durch die Betreiber der Automaten zu unterbinden sei es notwendig, Gewinne und Verluste der Geräte genau zu kontrollieren.

Der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie e. V. (VDAI), Paul Gauselmann, sagte, die Branche engagiere sich bereits etwas für den Jugendschutz. „Wir leiden als Branche unter zehn Prozent schwarze Schafe“.  Allerdings konnte Gauselmann auf Nachfrage nicht sagen, wie die Branche gegen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen vorgeht.

Die meisten Sachverständigen empfahlen, die Geldgewinnspielgeräte (GGSG) künftig nur noch in echten Kasinos, also in Spielbanken, aufzustellen und aus den unübersichtlichen Gaststätten mit überfordertem Personal völlig zu entfernen.

Professor Michael Adams von der Universität Hamburg und Ilona Füchtenschnieder von der Landesfachstelle Glücksspielsucht Nordrhein-Westfalen unterstützten diesen Vorschlag bis die Geräte technisch-physikalisch so hergestellt werden können, dass Missbrauch verhindert werde.

Beim Streitpunkt Sperrdatenbank und Sperrverfahren gehen die Meinungen etwas auseinander. Tilman Becker von der Universität Hohenheim und Adams sprachen sich für eine Sperrdatenbank aus, die sowohl für jeden Spielort gelten müsse, also, sowohl in Spielbanken/Kasinos als auch in Spielhallen und Gaststätten.

Adams plädierten zudem dafür, Automaten ausschließlich in den stark kontrollierten Kasinos aufzustellen. Füchtenschnieder sieht die Gastronomischen Betriebe als ”überfordert mit der Kontrolle. Sie haben zu wenig Personal dafür, außerdem sind die Geräte häufig so aufgestellt, dass sie nicht einsehbar sind.“

Tilman Becker sagte: Ein Großteil der Spielsüchtigen verliere ihr Geld an diesen Geräten. Becker arbeitet an der Forschungsstelle Glücksspiel der Uni und sprach sich im Ausschuss für eine Spieler-Sperrdatei für Geldspielautomaten aus. Süchtige könnten sich freiwillig eintragen lassen und würden dann am Spiel gehindert. Allerdings müsse es möglich sein, sich begrenzt sperren zu lassen. „Ich denke an eine Mindestsperre von einem Jahr, und jeder Spieler kann darüber hinaus wählen, wie lange er sich sperren lässt.“ Darüber hinaus müsse jeder Spieler eine persönliche Identifikationskarte für Automaten erhalten.

Diesen Vorschlag aus dem Bundeswirtschaftsministerium halten andere Experten für ungeeignet, weil diese Karten vernetzt oder gar zu Kundenkarten umfunktioniert werden könnten. Füchtenschnieder nannte diese Idee für reine „Zeitschinderei“.

Im Hintergrund des Spielerschutzes stehen die sozialen Kosten, die möglichst verringert werden sollen. Laut Medienberichten sagte der Vorstand des Fachbeirats Glücksspielsucht Jobst Böning am Tage der Anhörung, die sozialen Kosten des Glücksspiels lägen bei 40 Milliarden Euro jährlich.

Martin Reeckmann, Vorstandssprecher des Bundesverbandes privater Spielbanken (BupriS) korrigierte die Zahlen am Rande der Anhörung: „Es sind nur 300 bis 600 Millionen Euro jährlich“.

Die Spielsucht ist nicht die teuerste Suchterkrankung, sondern, und das gilt nicht nur in Deutschland, „mit weitem Abstand die Abhängigkeit von Alkohol oder Nikotin“.

Bislang existiert in Deutschland nur eine Studie zu den sozialen Kosten des Glücksspiels in Deutschland, die den Standards der Weltgesundheitsbehörde (WHO) entspricht. Sie wurde Anfang 2011 auf Anregung von BupriS von der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim (https://gluecksspiel.uni-hohenheim.de/) veröffentlicht. Danach betragen die sozialen Kosten des Glücksspiels in Deutschland für das Jahr 2008 insgesamt 326 Millionen Euro. In den Kosten sind auch die Aufwendungen für den Spielerschutz und für die Glücksspielsuchtprävention enthalten.
Zum Vergleich: Die sozialen Kosten, die der Gesellschaft durch den Tabak- und Alkoholkonsum entstehen, liegen bei 20 bis 50 Milliarden Euro beim Tabakkonsum und bei 20 bis 30 Milliarden Euro beim Alkoholkonsum – und sind damit etwa zweihundertmal größer. Eine Kurzinformation zu den sozialen Kosten finden Sie hier: https://gluecksspiel.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/gluecksspiel /Oekonomie/SozialeKostenKurzfassung.pdf

Adams kritisierte zu Ende der Anhörung, die mangelnde Rotation bei den Beamtenposten beispielsweise im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), in dem die bundesweite Gewerbeaufsicht angesiedelt ist und dazu gehört die Automatenwirtschaftsbranche. Mit seiner Kritik steht Adams nicht alleine: Ende des Jahres 2011 nahm das Team von Lobby Control die Spendenpraktiken der Automatenwirtschaft unter die Lupe und stellte fest, dass Paul Gauselmann systematisch über ein Jahrzehnt Spenden von unter zehn Tausend Euro an Abgeordnete zahlte und einen guten Draht zum Leiter der Aufsichtsbehörde im BMWi hegt.

Lösungsideen zur Glückssppielsuchtbekämpfung im Internet sind rar. Kriminalpolizistin Meike Lukat sieht „keine Möglichkeit der Strafverfolgung im Internet beim Glückspiel“. Einzig die „Anonymität im Netz“ zu verhindern, könne da Abhilfe schaffen, sagte der Wissenschaftler Adams. (Berlin, 28.3.2011, LÄ 30.30.2012, fs, 15.33 Uhr)

Webseite des Deutschen Bundestags und das Video der Öffentlichen Sitzung:http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a14/anhoerungen/q_Gluecksspielsucht/index.html

 

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SolarMobil Deutschland ist Preisträger von “Land der Ideen”

23. Februar 2012

Pressemitteilung vom 23.2.2012.

Schülerwettbewerb des BMBF und VDE wird als “Ausgewählter Ort 2012″ ausgezeichnet./Bundesfinale findet am 21. September 2012 in Chemnitz statt. 

SolarMobil Deutschland, der gemeinsame Schülerwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des VDE, ist Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs “365 Orte im Land der Ideen”.

Ziel des Schülerwettbewerbs ist es, Jugendliche für erneuerbare Energien und neue Konzepte der Mobilität zu begeistern. Bei SolarMobil Deutschland treten Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 18 Jahren mit selbstgebauten Solarmodellfahrzeugen gegeneinander an. Sie messen sich mit ihren Konstruktionen auf einer zehn Meter langen Rennbahn. Daneben gibt es eine Ausstellung und ein Schaufahren mit besonders ausgefallen gestalteten Fahrzeugen, die in der Kreativklasse prämiert werden.

2012 findet SolarMobil Deutschland zum dritten Mal statt.

“Wir freuen uns sehr, dass SolarMobil Deutschland als eine der besten Zukunftsideen unseres Landes prämiert wird. Das ist ein starkes Zeichen für die vielen Schülerinnen und Schüler, die den Wettbewerb mit ihren kreativen Ideen

bereichern. Und es zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, was die Nachwuchsförderung im Bereich der erneuerbaren Energien anbetrifft”, freut sich Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender.

SolarMobil Deutschland wird während der Austragung des Bundeswettbewerbs am 21. September 2012 in Chemnitz als “Ausgewählter Ort 2012″ ausgezeichnet. Rund 2.000 Bewerbungen hat die gemeinsame Jury der Initiative “Deutschland – Land der Ideen” und der Deutschen Bank gesichtet. Ausgewählt wurden Projekte, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten.

Noch ein Projekt ist im Rennen um den Bundes- und Publikumssieg. Der Wettbewerb ist eine gemeinsame Aktion des VDE und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung vor Ort sorgt für das BMBF das VDI Technologiezentrum GmbH.

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Mit besten Grüßen Melanie Mora VDE VERBAND DER ELEKTROTECHNIK ELEKTRONIK INFORMATIONSTECHNIK e.V. Pressesprecherin Stresemannallee 15 60596 Frankfurt am Main

 

Tel.: 069 6308-461

Mobil: 0175 1874333

Fax:  069 6312925

E-Mail: melanie.mora@vde.com

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