Archive für die ‘Streit Bar’ Kategorie

Es gibt zu viele Nullen in unserer Nation

2. April 2012
Hämisch
„Es gibt zu viele Nullen in unserer Nation,
und das bedeutet letztlich Inflation!
Drum hat sich der Teufel s o laut ins Fäustchen gelacht,
dass letzten Endes die Börse kracht!“

Dies sprach zum Osterfest der Chef der SPOTT-PARTEI,
einer Neugründung rund um das Osterei.

„Erstes Ziel unserer Organisation“,
sagte der Vorsitzende in scharfem Ton,
„ist die Festnahme aller Fernsehintendanten
und die Anklage gegen die Genannten,
wegen Aufgeilung potentieller Mädchen-Schänder
und Anzeige gegen die Aufsichtsorgane der Länder“.

Sie haben mit sadistischem Sex
von Mitternach1 bis Sechs
Anstand und Sitte verletzt –
dabei sind die Sender mit Parteien vernetzt,
die sich dem Wohl des Volkes verpflichtet fühlen,
doch stattdessen die niedrigsten Instinkte aufwühlen.

Das ist weder christlich noch sozial oder liberal;
Bürger, merkt Euch das bei der Wahl!“

Günter Stanienda 1. April 2012

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47 Zeilen zum Tag: Blauer Himmel – und Alles wird gut?

14. Januar 2012

Blauer Himmel über Berlin (Copyright: S. Jalowy)

Endlich…! Nach gefühlten 100 Tagen blendete heute früh wieder ein blitzeblauer Himmel die Augen des gleich so gar nicht mehr verschlafenen Hauptstädters. Und was für ein blauer Himmel. Kühl zwar, aber natürlich begleitet vom Strahlen einer winterlich mässig wärmenden, aber ansonsten herzerfrischend strahlenden Sonne. Der blaue Himmel über Berlin – wird jetzt Alles wieder gut?

Der blaue Himmel wölbt sich auch über Schloss Bellevue und seinem derzeitigen Bewohner, dem Bundespräsidenten u.D. (unter Druck) Christian Wulff. Die samstägliche Nachrichtenlage in der Causa „Wulff und die Kredite, Freunde, Anrufbeantworter, Flug-Upgradings, Bauunternehmer, Buch-Anzeigen, Ehrlichkeit, Amtswürden etc.“ ist von…hoppla!…ja wo ist ER denn?

In SPIEGEL Online ist er gar nicht mehr auf der ersten Seite zu finden – zugunsten eines FDP-Chefs namens Rösler im Angriffs-Modus auf Rating-Agenturen und eine saarländische Ministerpräsidentin. BILD.de schlagzeilt mit dem Kreuzfahrt-Drama vor der toskanischen Küste, der Sex-Beichte von Brigitte Nielsen im „Dschungel-Camp“ und verweist irgendwo „unter dem Bruch“ auf die dramatischen Umfrageverluste des Schlossbewohners von Berlin. Nachrichten sehen anders aus. Die „Süddeutsche“ und ZEIT Online widmen sich bevorzugt dem Ärztepfusch, dem Verlust der Top-Ratings Frankreichs und Österreichs … das heisst – ZEIT-Leitartikler Josef Joffe stellt zu Wulff fest: „Er ist wie wir“. Danke, Herr Joffe. Das ahnten wir vom „Demokratie-Spiegel“ schon gestern.

Ansonsten scheint der blaue Himmel über Schloss Bellevue vermutlich auch auf das Haupt unseres Staatsoberhaupts. Gut, ja – die paar an der Unterseite dunkel umschatteten weissen Wölkchen wehen ja schnell dahin. War’s das…? Kommt da noch was…? Oder brechen die Quoten, Auflagen und „Klick“-Traffics zum Thema Wulff jetzt doch deutlich ein…? Ist die Ruhe nach dem Sturm einer nicht geringen Zahl an Publikums-Reaktionen geschuldet, denen die ausgemachte Scheinheiligkeit gewisser Medientitel gegen den Strich geht…?

Der Autor weiss, dass auf jeden blauen Winterhimmel meist zeitnah graue, nasse, stürmische Tristesse folgt. Und er ahnt auch, dass die Kanzlerin in ihrem nur ein paar Hundert Meter vom Präsidial-Schloss entfernten Amtssitz wohl nicht viel vom tagesaktuellen Himmelblau über Wulff mitbekommt. Angela Merkel entspannt sich vermutlich daheim am Herd beim eigenhändig eingekochten Lieblings-Eintopf oder raffiniert gefühlten gefüllten Kohl-Rouladen.

Ihr deftiges Lieblingsmenu, ein wie das Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer leckgeschlagener Bundespräsident mit Schlagseite (der auf den wohlwollenden christlich motivierten schweigenden Beistand der Pastorentochter angewiesen ist wie ein havarierender Käpt’n  auf den Seenotrettungskreuzer), ein kleiner gallischer Staatspräsident mit heruntergestufter Kreditwürdigkeit – die Kanzlerin kann beruhigt dieses Wochenende und den blauen Himmel über Berlin geniessen. Und ich geh nachher mal spazieren – Alles wird gut.

 

Nachtrag (18:52 Uhr): Die Kanzlerin weilte heute nicht in Berlin, nicht in der Uckermark – sondern zur CDU-Klausur in Kiel. Na ja, Sprotten können auch sehr lecker sein.

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Ik hab’ nischt mit Jott an Hut!

25. Dezember 2011

Glockengeläut und Lieder, Lichterglanz,

es brutzelt schon die Weihnachtsgans:

Lallt eine junge Frau: „Allet  wejen Heilichabend?!,

eenen zwitschern! Det wär labend!

Ik dacht’,  O s t e r n  is Jesus jeboren;

Nu hamse Weihnacht dazu erkoren,

mit Kerzen und Braten.

Ik hab nischt mit Reli am Hut,Nix am Hut mit Jott?

aber Sie, Herr Pastor, erklären dit bestimmt jut!

Det is doch die Sache mit Maria im Stall…

und dann in der Kirche der Worteschwall!?“

 

„Stell Dich doch nicht so dumm!

Mädel, hast wieder getrunken? Rum?“

 

„Pfarrer, Ihre Bischöfin hat auch getrunken.

Wir sind nu mal  a l l e  Straßen-Halunken!

Wir haben Sorjen,

müssen imma borjen

und öfters eenen heben!“

 

„Dann wollen wir mal das Niveau heben“;

sagt der Pfarrer, ich erzähl Dir `ne Geschichte,

hier unterm Himmel im Neonlichte:

Es gibt einen unsichtbaren Dom;

der steht nicht in Rom,

sondern in der Schrift!

Er ist wie ein Lift:

Er führt nach oben,

dorthin wo sie strafen oder loben.

Der Dom ist nicht aus Steinen,

und doch zum Beten und auch Weinen.

ER ist der personifizierte Heilige Geist,

wie man doch Gott auch heißt.

Wer nicht nach Ihm fragt,

hat leider versagt!

Denn ihm ist das Kostbarste des Lebens entgangen:

Gefühlte Gedanken, die übers Leben hinaus langen!“

 

„Klingt ja janz schön und jut,

aber Sterntaler wär’n mir lieber im Hut,

trotzdem, Herr Pfarrer, kommse mal wieder!

Verse sind janich so schlecht, und die Lieder!“

 

Stani 23.12.11

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